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  • Fabienne Schwarz-Loy

Was passiert eigentlich im Coaching?

Wenn Sie selbst noch nie ein Coaching in Anspruch genommen haben, haben Sie höchstwahrscheinlich nur wenig Vorstellung davon, wie so etwas konkret ablaufen kann.

Vielleicht haben Sie auf der Seite "Über meine Arbeit" bereits erste Impulse bekommen, was Sie in einem Coaching erwarten könnte und was eher nicht.

Im Folgenden bekommen Sie einen exklusiven Einblick in den Beginn einer beispielhaften Coachingsitzung. Das Transkript ist halb-fiktiv, basiert also auf verschiedenen Coachingsituationen und Erfahrungen und liefert daher keine Hinweise auf spezielle Personen.




Coach: Guten Morgen Frau T.! Freut mich sehr, Sie nun auch persönlich kennenzulernen. Haben Sie gut hergefunden?


Frau T.:  Ja, ich war ganz überrascht, wie schnell ich da war – bin sehr gut durchgekommen.


Coach:  Das ist prima. Möchten Sie gerne etwas trinken? Kaffee, Wasser…?


Frau T.:  Einen Kaffee sehr gerne – ohne Milch und Zucker.


Coach:  Dann nehmen Sie gerne schon im Praxisraum Platz, ich bringe den Kaffee sofort.

Kommt in den Praxisraum. So, bitteschön. Nimmt ebenfalls Platz.

So Frau T., dann nochmals ganz herzlich Willkommen hier in meiner Praxis! Wir hatten ja letzte Woche telefoniert und schon ein paar Dinge besprochen - bevor wir jetzt thematisch einsteigen, möchte ich Ihnen einfach vorab noch ein paar kurze Informationen geben, die für Sie wichtig oder gut zu wissen sind: Zunächst ganz grundsätzlich: alles, was wir hier besprechen, ist natürlich voll und ganz vertraulich und bleibt in diesem Raum, da können Sie also ganz frei sein in dem, was Sie hier einbringen und erzählen möchten.

Ich werde Ihnen voraussichtlich viele Fragen stellen – wenn Ihnen mal irgendetwas komisch vorkommt oder Sie irritiert, sagen Sie das gerne. Auch, falls wir irgendwelche Übungen oder Experimente machen sollten – je nachdem, was Ihre Anliegen sind, habe ich da vermutlich verschiedene Ideen – wichtig ist, dass es für Sie hilfreich ist und dass Sie sich dabei wohlfühlen. Das sind in der Regel keine unangenehmen Situationen, aber sollte es doch mal passieren, dass sie sich unwohl fühlen, etwas Bestimmtes zu sagen / zu machen / auszuprobieren, dann sagen Sie das bitte auch.


Frau T.:  lacht. Na da bin ich gespannt.


Coach:  lacht ebenfalls. Das können Sie sein. Wie gesagt, alles, was hier besprochen und gemacht wird, soll dazu führen, dass es Ihnen in Ihrem Anliegen hilft und Sie weiterbringt.

Haben Sie dazu direkt noch Fragen? Eventuell auch, was die organisatorischen Belange angeht, die wir letzte Woche am Telefon besprochen haben?


Frau T.:  Ach, da ist mir eigentlich alles klar, da haben wir ja am Telefon ausführlich drüber gesprochen und ich hab mir das auch alles notiert.


Coach:  Wunderbar…dann kommen wir gerne zu Ihrem konkreten Anliegen. Sie hatten mir ja am Telefon erzählt, dass Sie das Thema schon ganz lange mit sich herumtragen und schon oft daran gedacht hatten, das in einem Coaching zu behandeln, aber die Idee dann auch immer wieder verworfen haben – bevor wir uns jetzt auf das konkrete Anliegen konzentrieren, würde mich interessieren, wie es ihnen jetzt in diesem Moment damit geht, hier zu sein, den Schritt doch gegangen zu sein und das Thema jetzt anzugehen?


Frau T.:  Ach, irgendwie fühle ich mich ganz erleichtert gerade – ich weiß ja noch gar nicht, was hier auf mich zukommt, aber ich glaube, dass es gut ist, wenn ich mich da jetzt mal darum kümmere – das Thema stört und beeinträchtigt mich schon so lange und so langsam merke ich, dass ich es nicht mehr wegschieben kann.


Coach:  Also Erleichterung sagen Sie, dass das Thema endlich Raum bekommt… Gibt es noch etwas, das gerade in Ihnen steht?


Frau T.:  zögert. Naja, schon auch Unsicherheit…ich hab ja keine Ahnung, was hier auf mich zukommt, was so passiert und wie ich das lösen soll – und ob mir die Lösung dann auch gefällt.


Coach:  Das heißt, Sie haben auch Sorge, ob das hier das Richtige ist, ob Sie ihr Anliegen so lösen können?


Frau T.:  Nein, Sorge klingt irgendwie zu schwer…ich bin einfach gespannt und hab im Moment einfach noch keine Vorstellung, wie ich das gelöst kriegen soll.


Coach:  Dann machen wir uns doch einfach gemeinsam daran, schrittweise Ideen zu entwickeln, die für Sie passen und die Sie unterstützen.


Frau T.:  Ja, das wäre gut.


Coach:  Jetzt haben Sie mir am Telefon ja schon grob angedeutet, dass es um Ihre Arbeitsstelle geht und da im Besonderen um das Verhältnis zu Ihrem Vorgesetzten. Möchten Sie mir einfach mal berichten, worum es Ihnen konkret geht und was Ihr Anliegen ist?


Frau T.:  Ja, also das ist so. Ich bin jetzt seit zehn Jahren in meiner Firma und ich mache das eigentlich auch gerne. Aber mein Chef, das ist so richtig schwierig. Ich hatte von Anfang an schon ein etwas angespanntes Verhältnis zu ihm, aber mit der Zeit wurde das immer schlimmer und inzwischen macht er mir eigentlich das Leben zur Hölle. Aber irgendwie auch nicht immer, das wechselt ständig, ist total unberechenbar. Manchmal hab ich auch das Gefühl, dass er richtig viel von mir hält und dann lobt er mich auch oder gibt mir Verantwortung für wichtige Dinge und dann plötzlich rastet er bei der kleinsten Kleinigkeit aus und macht mir Vorwürfe für Sachen, für die ich gar nichts kann oder die aktuell gar nicht wichtig sind oder so. Und das ist jetzt einfach langsam so unerträglich geworden und ich weiß nicht mehr richtig, wie ich damit umgehen soll. Ich schau schon, dass ich mich besonders anstrenge und keinen Grund zur Kritik liefere, aber manchmal passieren mir vor lauter Anspannung dann plötzlich doch blöde Fehler und selbst wenn nicht, dann findet er immer irgendwas, was er mir vorwerfen kann.


Coach:  Nur zu meinem genaueren Verständnis: was ist denn genau Ihre Aufgabe oder Ihre Rolle an Ihrer Arbeitsstelle?


Frau T.:  Ich arbeite in einer Agentur und bin für die Organisation von Veranstaltungen zuständig, eigentlich von Anfang bis Ende; ich arbeite mit vielen Kollegen zusammen, die jeweils einzelne Teile der Veranstaltung verantworten, vor allem inhaltlich, aber dass am Schluss alles reibungslos läuft, das ist mein Job.


Coach:  Okay, also eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, wie es sich anhört.


Frau T.:  Ja, das kann man wohl sagen.


Coach:  Und Sie haben vorhin gesagt, sie arbeiten seit zehn Jahren in diesem Unternehmen – machen Sie diese Arbeit schon über den ganzen Zeitraum?


Frau T.:  Nein, so wie jetzt mache ich es seit drei Jahren. Am Anfang habe ich meine Ausbildung in der Agentur gemacht, zur Veranstaltungskauffrau oder Eventmanagerin, wie man jetzt meistens sagt. Im Anschluss war ich Projektassistentin, da habe ich zwar schon manche Aufgaben gehabt, die jetzt auch dazugehören, aber jetzt bin ich eben selbst für die ganze Organisation verantwortlich und helfe nicht mehr nur, wo es gebraucht wird.


Coach:  Das heißt, sie haben sich innerhalb der Agentur sehr weiterentwickelt und immer mehr Verantwortung übernommen.


Frau T.:  Ja, auf jeden Fall. Allerdings fühle ich mich irgendwie trotzdem oft noch wie die Auszubildende. Ich glaube, bei vielen ist das noch gar nicht richtig angekommen, dass sich das verändert hat.


Coach:  Was hat sich denn verändert?


Frau T.:  Naja, ich bin erwachsen geworden. lacht.

Ich bin jetzt 31, ich arbeite dort seit 10 Jahren, kenne die Abläufe und Prozesse aus dem Effeff und habe schon so viele Veranstaltungen organisiert und betreut und mache jetzt auch noch ein berufsbegleitendes BWL-Studium – ich kann gut planen und weiß, worauf es ankommt und ich weiß aber auch, dass ständig unvorhergesehene Sachen passieren, wo man kurzfristig reagieren und auch mal kreativ sein muss. Als ich damals nach dem Abi in die Agentur kam, hab ich mir das einfach interessant und abwechslungsreich vorgestellt, solche Sachen zu machen – also Kulturveranstaltungen, Festivals und so und bin da ganz unbedarft und unerfahren rangegangen. Aber dass dahinter immer harte Arbeit steckt und auch ganz viel Orgakram, der gar nicht so glamourös ist, das hab ich dann mit der Zeit erst gemerkt.


Coach:  Und hatte das einen Einfluss auf Ihre Freude und Ihr Interesse am Job?


Frau T.:  Naja, am Anfang war es ein wenig frustrierend, aber dann habe ich gemerkt, dass ja was Gutes dabei herauskommen kann, wenn dieser ganze Orgakram zusammenkommt und dass dann das Ergebnis zählt. Ich denke inzwischen immer vom Ende her, also von der schlussendlichen Veranstaltung, dann behalte ich immer das große Ganze im Blick habe auch genug Motivation für den Kleinkram.


Coach:  Das heißt, Sie haben gute Möglichkeiten gefunden, sich für Ihre Tätigkeit zu motivieren, auch wenn der „Kleinkram“, wie Sie gesagt haben, oftmals mühsam ist.


Frau T.:   Ja, absolut.


Coach:  Wie haben Sie das denn geschafft? Sie hätten sich davon ja auch unterkriegen lassen können.


Frau T.:  Hm, gute Frage…naja, ich bin da relativ pragmatisch. Ich hab mir halt gedacht, entweder ich ärgere mich jetzt die ganze Zeit darüber, dass nur ein kleiner Teil meiner Arbeit so glamourös und spannend ist, wie ich anfangs dachte und bin den größten Teil des Tages frustriert oder ich konzentriere mich auf das, weswegen ich es mache und freue mich, wenn der viele Kleinkram dann nachher zu einer tollen Veranstaltung wird, auf die ich stolz sein kann, auch wenn die dann im Verhältnis zu der vielen Vorbereitungsarbeit immer relativ schnell wieder vorbei ist.


Coach:  Was Sie berichten, hört sich für mich so an, als würden Sie in Ihrer Tätigkeit sehr bewusst agieren, als wüssten Sie sehr gut, was es für Sie braucht, um den Job gut zu machen - Sie haben in den vergangenen Jahren viel Expertise aufgebaut und wissen auch, was Sie können und was Ihre Stärken sind.


Frau T.:  zögert. Ja, irgendwie schon.


Coach:  Jetzt haben Sie aber auch gesagt, irgendwie fühlen Sie sich trotzdem oft noch in Ihrer Rolle der Auszubildenden, die Sie vor einigen Jahren hatten und Sie haben auch den Eindruck, dass Sie von außen in dieser Rolle gesehen werden?


Frau T.:  Ja, manchmal denke ich, ich bekomme den Azubi-Assistentinnen-Stempel nie weg. Da kann ich noch so viel drum kämpfen.


Coach:  Was wäre denn für Sie ein gutes Ergebnis des Coachings? Was wünschen Sie sich von unserer Zusammenarbeit?


Frau T.:  Hm…also ausschlaggebend ist ja eigentlich das Verhältnis zu meinem Chef, das möchte ich auf jeden Fall klären und verbessern – aber das hat wahrscheinlich alles miteinander zu tun, auch mit dem, dass ich oft nicht ernst genug genommen werde. Ich wüsste gerne, was ich machen kann, um das zu ändern. oder ob ich überhaupt im aktuellen Job bleiben soll und auch die Sache mit dem Studium ist ehrlich gesagt so ein Punkt, bei dem ich nicht so ganz weiß, ob das so sinnvoll ist oder ob ich das vielleicht nochmal überdenken sollte.


Coach:  Okay – das sind ja einige Punkte, die, wie Sie sagen, sicherlich miteinander zusammenhängen. Wenn Sie ihr gewünschtes Ziel dieses Coachingprozesses jetzt in einem Satz zusammenfassen müssten, wie würde der lauten?


Frau T.:  überlegt. Naja, im Prinzip will ich an einen Punkt kommen, an dem ich weiß, ich bin an der richtigen Stelle, ich mache meinen Job gerne und bekomme auch die nötige Wertschätzung dafür.


Coach:  Wenn ich Sie jetzt mal zu einem kleinen Gedankenexperiment einladen darf und Sie eine Zeitreise ein paar Wochen oder Monate in die Zukunft machen an den Punkt, an dem Sie sagen, der Coachingprozess ist jetzt abgeschlossen und war erfolgreich, ich habe dieses Ziel erreicht – so wie Sie es gesagt haben: ich bin an einem Punkt, an dem ich weiß, ich mache das Richtige, ich habe Freude daran und bekomme auch Wertschätzung für das, was ich mache – woran würden Sie denn zuallererst merken, dass diese Gewissheit vorhanden ist?


Frau T.:  Woran ich das merken würde? Naja, ich glaube, als allererstes würde ich es daran merken, dass ich mehr Ruhe in mir hätte und nicht die ganze Zeit unter Hochspannung bin vor lauter Angst, ich könnte wieder was falsch gemacht haben.


Coach:  Das heißt, diese Gewissheit würde Ihnen Ruhe geben und auch das Vertrauen, dass Sie das alles schon bewältigen können?


Frau T.:  Ja, genau. Und Selbstsicherheit.


Coach:  Gibt es noch etwas, an dem Sie es merken würden, wenn Sie schon an diesem Punkt wären?


Frau T.:  überlegt. Ich glaube, ich würde mir nicht mehr die ganze Zeit mit Fragen und Zweifeln den Kopf zermartern: Soll ich kündigen? Soll ich meinen Chef anschreien? Soll ich das Fernstudium schmeißen? Was kann ich noch tun, damit meine Arbeit mehr gesehen und geschätzt wird?


Coach:  Das heißt, wenn Sie an diesem Punkt wären, würde es Antworten auf die ganzen Fragen geben?


Frau T.:  Ja, entweder das oder die Fragen würden sich gar nicht mehr stellen. Wenn ich mir darüber sicher wäre, dass ich den Job weitermachen will und das für mich passt, müsste ich nicht jeden zweiten Tag darüber nachdenken, ob ich doch besser kündigen sollte. Vielleicht kommt so ein Impuls dann trotzdem mal, aber nicht mehr so oft.


Coach:  Okay – und das würde Ihnen einiges erleichtern?


Frau T.:  Oh ja.


Coach:  Bevor wir uns gleich nach und nach konkret anschauen, wie es Ihnen gelingen könnte, an diesen Punkt zu kommen, würde ich gerne noch kurz in diesem Gedankenexperiment bleiben. Jetzt haben Sie ja schon ein paar Aspekte genannt, an denen Sie den Erfolg des Coachings und Ihre erwünschte Gewissheit bemerken würden. Gibt es in Ihrem Leben noch andere Personen, die eine solche Veränderung bemerken würden?


Frau T.:  überlegt. Naja, als erstes sicherlich mein Mann – der kriegt meine Sorgen ja direkt mit und auch meine Nervosität zum Beispiel morgens vor der Arbeit, wenn ich mir schon ausmale, was wieder alles passieren könnte oder welche Gründe es wieder geben könnte, dass mein Chef mich runterbuttert. Also der würde sich sicherlich sehr freuen, wenn da mal ein wenig Entspannung reinkäme.


Coach:  Klingt so, als würde er das auch befürworten?


Frau T.:  Ja, auf jeden Fall! lacht. Er unterstützt mich schon, aber ich glaube, er ist es auch ein bisschen Leid, dass wir ständig die gleichen Sachen diskutieren und ich immer wieder das Gleiche erzähle und sich nichts ändert.


Coach: Wer würde es denn noch merken? Und an was?


Frau T.: Ha, mein Chef würde es merken. Weil ich entweder nicht mehr da wäre und er sich mit den Sachen alleine rumschlagen müsste oder weil ich mich nicht mehr so runterbuttern lassen würde.


Coach:  Was würden Sie denn stattdessen tun?


Frau T.:  Ich wäre vielleicht mutiger, ihm auch mal Contra zu geben oder ihm zu sagen, dass ich es unfair finde, so behandelt zu werden.


Coach:  Und was würde ihr Chef davon halten?


Frau T.:  Der wäre wahrscheinlich erstmal sehr überrascht und vor den Kopf gestoßen – das ist er ja nicht gewöhnt. Vielleicht würde er noch mehr ausrasten. überlegt Oder vielleicht würde er auch irgendwann merken, dass er so nicht mehr mit mir umspringen kann. Vielleicht hätte er sogar mehr Respekt vor mir, weil ich mich nicht mehr unterbuttern lasse. lacht auf.


Coach:  Sieht aus, als würde Ihnen diese Vorstellung gefallen?


Frau T.:  Ja klar, das ist es ja, was ich will. Respekt für mich und meine Arbeit.


Coach:  Dann würde ich mit Ihnen zusammen gerne schauen, wie Sie dahin kommen können. Sie haben ja vorhin mehrere Aspekte genannt, an denen Sie merken würden, dass das Coaching erfolgreich war. Auch wenn diese natürlich alle miteinander zu tun haben, würde ich sie gerne mal sammeln und visualisieren, damit wir im Anschluss die Themen ganz strukturiert angehen können. Ich würde das gerne mal hier aufschreiben, dann haben wir es auch immer vor Augen und können gegebenenfalls Dinge ergänzen, die uns hilfreich vorkommen.

geht zum Flipchart.

Sie haben vorhin gesagt, die Klärung Ihres Verhältnisses zu Ihrem Vorgesetzten ist ein zentraler Punkt und auch eigentlich der Anlass für das Coaching?


Frau T.:  Ja genau, das ist in jedem Fall wichtig.


Coach:  Dann notiere ich das mal als einen Punkt. Dann haben Sie aber noch ein paar andere Fragen genannt, die Ihnen auf der Seele liegen.


Frau T.:  Ja, ganz grundsätzlich die Frage, ob ich diesen Job überhaupt weitermachen möchte und kann – da ändert sich meine Meinung gerade ständig und ich komme nicht so richtig weiter.


Coach:  Dann notieren wir das ebenfalls. Dann hatten Sie Ihr Fernstudium angesprochen – da wollte ich Sie später ohnehin noch ein paar Dinge zum Verständnis fragen, aber jetzt vorab erstmal: das ist auch ein Punkt, der Ihnen Sorge bereitet oder Unsicherheit enthält?


Frau T.:  Ja, ich bin mir halt nicht ganz sicher, was ich mit dem Studium eigentlich bezwecke und erreichen will. Es ist nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt haben und ich weiß auch nicht, ob ich das nur gemacht habe, um bei der Arbeit noch irgendetwas vorweisen zu können, aber ob das überhaupt Sinn macht und ob sich der ganze Aufwand lohnt, bezweifle ich gerade auch immer mehr.


Coach:  Dann ist das auch eine wichtige Frage, der wir – auch im Zusammenhang mit den anderen Themen – nachgehen können. Gibt es noch weitere wichtige Fragen oder Punkte, die eine Rolle spielen?


Frau T.:  Naja, das Thema Wertschätzung betrifft ja nicht nur meinen Chef, sondern auch andere – also zum Beispiel Kollegen, Geschäftspartner, auch meine Familie…im Prinzip ist es aber vielleicht das Gleiche, ich weiß nicht, ob das jetzt ein extra Punkt ist.


Coach:  Vielleicht notieren wir es mal als eigenständigen Punkt, dann können wir im weiteren Verlauf noch schauen, ob es sich zu hundert Prozent deckt mit dem Thema mit Ihrem Vorgesetzten, oder ob es da vielleicht noch andere Aspekte gibt, die zu bedenken sind.


Frau T.:  Ja, das ist gut.


Coach:  Gibt es sonst noch wichtige Fragestellungen, die Sie aktuell notieren möchten?


Frau T.:  überlegt. Ich glaube, das ist so das Wesentliche.


Coach:  In Ordnung, dann haben wir hier jetzt mal ein paar wichtige Aspekte gesammelt, die Sie in Ihrer aktuellen Situation beschäftigen: Die Klärung des Verhältnisses zu Ihrem Chef; die Frage, ob Sie an Ihrer aktuellen Arbeitsstelle überhaupt bleiben möchten; die Entscheidung, ob Sie Ihr Fernstudium weiterbetreiben sollen und die Frage, wie Sie allgemein mehr Wertschätzung für sich und Ihre Arbeit bekommen können. Ist das so stimmig?


Frau T.:  Ja. Das ist ja schon ganz schön viel.


Coach:  Ja, wir werden uns dem schrittweise annehmen und schauen, wie die Dinge auch miteinander zusammenhängen. Und sollten im Verlauf unserer Gespräche noch Fragestellungen auftauchen, die wir jetzt noch nicht angesprochen haben, dann können wir das jederzeit ergänzen und mit aufnehmen.


Frau T.:  Okay. lacht auf. Ha, vielleicht will ich ja auch einfach ein Kind – und mir über die ganzen anderen Sachen erstmal keine Gedanken mehr machen.


Coach:  überrascht. Oh, das ist jetzt nochmal ein ganz neuer Aspekt. Beschäftigt Sie das auch momentan? Ist das eine Entscheidung, die da auch mit reinspielen könnte?


Frau T.:  Hm, ja…ich weiß nicht. Ja, natürlich irgendwie schon. Ich wollte immer erstmal beruflich alles gut geklärt haben und mich angekommen fühlen, bevor ich eine Familie gründe; aber in letzter Zeit mache ich mir da oft Gedanken drüber, ob der perfekte Moment vielleicht gar nicht kommt und ich es einfach wagen soll.


Coach:  Wenn Ihr Mann jetzt hier sitzen würde und ich Ihn zu seiner Einstellung zum Thema Familienplanung befragen würde, was würde er sagen?


Frau T.:  Er wäre sofort dabei – er wünscht sich das schon lange.


Coach:  Sollen wir das also in die Liste der möglichen Themen und Entscheidungen mit aufnehmen?


Frau T.:  Ja, ich glaube, das wäre gut.


Coach:  So, dann haben wir ja einige wichtige Themen gesammelt. Wie schon gesagt, vieles hängt sicherlich miteinander zusammen, aber für unser Coaching ist es hilfreich, wenn wir das gut strukturiert angehen. Mit welchem Aspekt würden Sie denn gerne beginnen, ihn mal näher zu beleuchten?


Frau T.:  Hm, gar nicht so einfach… Eigentlich würde ich am liebsten mit dem Thema allgemeine Wertschätzung beginnen, weil das so was Grundlegendes ist - und wahrscheinlich hat das mit den ganzen anderen Themen was zu tun.


Coach:  Was wäre denn bei dem Thema Wertschätzung ein gutes Ergebnis für Sie, das Sie aus dem Coaching mitnehmen möchten?


Frau T.:  überlegt. Naja, ich hätte eben gerne das Gefühl, dass andere mich und das, was ich tue, gut finden.


Coach:  Finden Sie sich und das, was Sie tun, denn selbst gut?


Frau T.:  Hm, gute Frage…das weiß ich irgendwie gar nicht so richtig.


Coach:  Was bräuchten Sie denn, um sich selbst gut zu finden?


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